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Handlung Artikel
Einführung und Übersicht | |
Der Ausdruck Handlung genannt
- den Hergang oder Vollzug eines Ereignisses (eine feierliche Handlung)
- den Stoff eines darstellenden Kunstwerkes hinsichtlich seines Ablaufs, die Fabel
- einen Laden oder ein Geschäft
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Die Handlung als Auffassung von strukturierten Prozessen | |
Die Handlung genannt in dem engeren Sinne eine spezifisch menschliche Form des bewussten und Absichtgerichteten Einwirkens des Menschen auf seine natürliche und soziale Umwelt.
Die Handlung bildet somit eine auf die Realisierung eineAbsichts gerichtete, relativ geschlossene, zeitlich und logisch strukturierte Tätigkeit.
Für die menschliche Tätigkeit sind Absichtgerichtete, bewusste Handlungen charaktersitsich, die teilweise auch als Willenshandlungen genannt werden. Dabei betont man den Bezug einer Handlung auf ein Absicht.
Handlungen entwickeln sich auf der Grundlage von Antrieben und Motiven. Der abgestrebte Endzustand bestimmt in Form von Absichtvorstellungen jeden einzelnen Handlungsschritt, wobei über den Handlungsplan - der mehr oder weniger exakten ideellen Vorwegnahme der Handlung - psychische und motorische Prozesse reguliert und koordiniert werden.
Bewusste Handlungen zeichnen sich in ihrer entwickelten Form durch weitgehende Eingenständigekit des Handelnden in der Absicht- und Weganalyse, in der Handlungsmotivierung, in der Entscheidung für bestimmte Handlungsziele und -wege sowie in der Handlungsausführung, einschließlich deren Absichtbezogene Kontrolle, aus.
Damit stellt die Handlung eine in sich relativ geschlossene Einheit dar, die sich durch ihre zeitliche Dauer und ihre innere Struktur von den übrigen Aktivitäten des Menschen abhebt. Die innere Struktur oder Binnengliederung der Handlung ergibt sich u.a. daraus, daß sie häufig den Charakter von Aufgabenlösungsprozessen annimmt und somit jeder Handlungsschritt, z.B. als Erreichen eines Teilzieles, für den Fotgang der Aufgabenausführung unterschiedlich bedeutsam ist, entweder den Handlungsaublauf fördert oder die Notwendigkeit von Korrekturen des Handlungsplans oder/und einzelner Elemente aufzeigt.
Mehrere Handlungen stehen häufig als Handlungsgefüge in einem sich wechselseitig bedingenden Zusammenhang. Handlungen, die durch Erfolge bekräftigt bzw. nach Mißerfolgen korrigiert wurden, werden erlernt, bei häufiger Wiederholung auch automatisiert. Die innere Struktur der Handlung wird z.T. auch der äußeren Beobachtung zugänglich, ihre Bedeutung erschließt sich aber erst durch die Kenntnis des Zusammenhangs mit den Absichten bzw. Aufgaben.
Buch-Tipp: Handlungen und Handlungsgründe Plädoyer zur Weiterentwicklung der kausalen Handlungstheorie Das Buch ist eine Anthologie mit Beiträgen zu dem Selbstverständnis der kausalen Handlungstheorie. Während die kausale Handlungstheorie die Handlungen als gegeben hinnimmt, um sie dann kausal mit Bezug auf Gründe - bestehend aus einem Wunsch-Überzeugungs-Paar a la Hume - zu erklären,... |
Zur Handlung als der Ablauf von Phasen der menschlichen Empfindungen | |
Dabei verlaufen bewusste Handlungen in bestimmten Phasen, die aber nicht unbedingt notwendigerweise zeitlich aufeinander folgen müssen. Diese können wie folgt betrachtet werden:
- das Auftreten des Antriebs als Reaktion auf eine Außenforderung bzw. in der Form einer selbständigen Absichtstellung auf der Grundlage des Bewußtwerdens eines eigenen Bedürfnisses
- die Orientierung und Entscheidungsvorbereitung, zu denen Überlegungen über mögliche konkrete Absichte, deren Realisierungsmöglichkeiten und die möglichen Handlungsfolgen gehören, womit ein Widerstreit unterschiedlicher Motive verbunden sein kann
- der Entschluss in dem Sinne der Entscheidung für bestimmte konkrete Absichte und Realisierungswege
- das Erarbeiten eines detaillierten Handlungsprogramms
- die Ausführung der Handlung unter ständiger reafferenter Bezugnahme auf die in dem Handlungsprogramm festgelegten Handlungsziele und Realisierungswege
- die Überprüfung der Handlungsergebnisse und ein Vergleich von HandlungsAbsicht und - ergebnis
Diese Handlungsphasen greifen in dem konkreten Handlungsprozeß ineinander. Es kann in allen Teilschritten der Handlungsphasen Vor- und Rückgriffe geben. Das innere Handlungsprogramm kann z.B. während der Ausführung schrittweise erarbeitet bzw. produziert werden, selbst der endgültige Entschluß kann nach einer Vorentscheidung in der - eventuell versuchsweisen - Ausführungsphase erfolgen.
Buch-Tipp: Handlungen. Das periodische System der Handlungsarten; Philosophische Semiotik Teil I Das periodische System der Handlungsarten Der Mensch hat vor gut 200 Jahren seine Pflanzen- und Tierwelt wissenschaftlich zu ordnen begonnen. Das Periodensystem der chemischen Elemente wurde dann 1869 gleichzeitig von Mendelejew und Meyer entdeckt. Bezüglich der Arten seines eigenen Handelns hat es die philosophische Handlungstheorie jedoch noch... |
Zur Handlung unter dem äußeren Einfluss emotionaler Momente | |
Bei Wegfall oder Überspringen einer bzw. einiger der genannten Struktureinheiten kann man nicht mehr von einer bewussten und Absichtgerichteten Handlung sprechen. Bei starken emotionalen Einflüssen kann z.B. ein von außen provozierter Handlunsgantrieb ohne Orientierung über mögliche Reaktionen und deren Folgen, ohne eigentliche Entscheidung und natürlich ohne Erarbeitung eines Handlungsprogramms sofort in die Handlungsausführung überspringen.
In diesem Falle der Entwicklung wird von einer Affekthandlung gesprochen. Wird die bewusste Orientierung und die abwägende Entscheidung durch Vorhandensein eines überstarken und nicht bewusst werdenden Antriebs beeinträchtigt, so spricht man von Triebhandlungen.
Bewusste, Absichtgerichtete Handlungen sind dem Menschen möglich, weil er in der Lage ist, die nach außen gerichtete Tätiglkeit vor ihrer Ausführung auf Abbildebene innerlich vorwegzunehmen und ihre Ausführung durch stängigen Vergleich der signalisierten äußeren Handlungssequenzen mit dem internen Handlungsprogramm auf der Abbildebene zu kontrollieren.
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Zur Handlung unter dem Gesichtspunkt der psychischen Regulation | |
Man genannt diese, die äußeren Handlungen regulierenden Vorgänge auf der Abbildebene als pychische Regulation der Tärtigkeit bzw. der Handlung. Grundlegende Komponenten der psychischen Handlungsrelation sind psychische Abbildungen von Gegenständen und Vorgängen der Außenwelt in Form von Empfindungen, Wahrnehmungen, Vorstellungen und Begriffen - man spricht hier von psychischen Inhalten -, psychische Prozesse als auf die innere, psychische Ebene verlagerte ursprünglich äußere Tätigkeiten und psychische Zustände sowie die psychischen Merkmalen als die verfestigten habitualisierten Formen psychischer Inhalte, Prozesse und Zustände.
Diese psychischen Komponenten treten in dem Handlungsprogramm immer als komplexe Einheit der Gesamtheit der psychischen Regulationskomponenten auf und können daher ca. in dem Sinne einer Aspektierung dieser Gesamtheit differenziert und klassifiziert werden.
Als psychsiche Teilfunktionen der Handlung, die immer als Einheiten von psychischen Inhalten, Prozessen, Zuständen und Merkmale anzusehen sind und die immer in allen Handlungsphasen, wenn auch akzentuiert, gemeinsam in Erscheinung treten, können
- Erkennen
- Bewerten
- Entscheiden
- Erleben
- Streben
- Kontrollieren
- Behalten
angesehen werden. In neueren Handlungspsychologischen Behandlungen werden diese Teilfunktionen der Handlung auch zu übergreifenden Einheiten wie Handlungsorientierung, Antriebs- und Ausführungsregulation zusammengefasst. Eines solche Zusammenfassung ermöglicht z.B. eine psychologisch orientierte Klassifizierung pädagogischer Maßnahmensysteme.
siehe auch Ausführungsregulation , Handlungsregulation ,
Handeln, Behandlung, Amtshandlung , Tat , Aktion
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